Termine

Vortrag
Prof. Dr. Klaus Oschema (Deutsches Historisches Institut Paris), Blicke in die Zukunft: Astrologen und Astrologie im spätmittelalterlichen Reich


Veranstaltungsort:
Ratssaal der Verbandsgemeinde Annweiler am Trifels
Meßplatz 1 , 76855 Annweiler am Trifels
18. Februar 2026 | 18.30 bis 20.00 Uhr

Immer wieder stößt man in den Quellen des späten Mittelalters auf Astrologen, die Fürsten an ihren Höfen berieten, aber auch in den Städten tätig waren. Sogar an Universitäten begegneten Sterndeuter, da astronomisches wie astrologisches Wissen für die medizinische Praxis als unerlässlich galten. In der Geschichtswissenschaft nahm man das aber mit Befremden wahr, als Ausdruck des abergläubischen Charakters einzelner Protagonisten oder sogar des gesamten Zeitalters. Heute wird dieses Bild revidiert: Die Präsenz – und der Erfolg – der Experten der Sterne erscheinen vielmehr als Ausdruck einer sich entwickelnden Expertenkultur, die für Entscheidungen jeglicher Art Orientierungswissen bereitstellen konnte. Wer sich für die Zukunft wappnen wollte, der musste sich entsprechend beraten lassen – so empfahl es bereits der fiktive Aristoteles in der verbreiteten Ratgeberschrift „Secretum Secretorum“ seinem Schüler Alexander dem Großen.
 
Prof. Dr. Klaus Oschema (Deutsches Historisches Institut Paris) wirft in seinem Vortrag „Blicke in die Zukunft: Astrologen und Astrologie im spätmittelalterlichen Reich“ exemplarische Schlaglichter auf die Präsenz und die Tätigkeit von Astrologen des späten Mittelalters. Dabei geraten herausragende Fürsten wie Friedrich III. und sein Sohn Maximilian ebenso in den Fokus wie berühmte Vertreter des humanistischen Denkens wie etwa der Nürnberger Arzt und Historiker Hartmann Schedel. An ihren Beispielen wird gezeigt, wie die Astrologie zum zentralen Bestandteil der spätmittelalterlichen Kultur avancierte, zugleich aber von ihren Gegnern aus dem Klerus oder der Gelehrtenwelt angefeindet wurde. Dabei lassen sich durchaus Bezüge zu unserer Gegenwart herstellen, denn der Erfolg der Astrologen muss erklärt werden – und die Parallelen zu heutigen Finanz- und Wirtschaftsexpertisen sind dabei nicht von der Hand zu weisen.
 
Die im Verbund mit dem Deutschen Historischen Institut Paris, dem Kunsthistorischen Museum Wien, dem Institut für Fränkisch-Pfälzische Geschichte und Landeskunde der Universität Heidelberg, dem Institut für Personengeschichte in Bensheim, der Bezirksgruppe Landau des Historischen Vereins der Pfalz, der VHS Annweiler und dem Verein Trifelsfreunde e.V. als Kooperationspartnern veranstaltete Reihe ist ein Forum zur Präsentation aktueller archäologischer, historischer und restauratorisch-konservatorischer Forschungen bzw. Forschungsergebnisse.
 
Die Vorträge finden im Zeitraum 18. Juni 2025 bis 17. Juni 2026 jeweils mittwochs um 18.30 Uhr im Ratssaal der Verbandsgemeinde Annweiler am Trifels, Meßplatz 1, 76855 Annweiler am Trifels (in Bahnhofsnähe) statt. Das Programm finden Sie hier: https://www.vg-annweiler.de/tourismus/museen/museum-unterm-trifels/flyer-junge-mittelalterforschung-2025-2026.pdf
 
 



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