Der Vortrag behandelt den Wandel des Selbstverständnisses der pfälzischen Bevölkerung während des 19. Jahrhunderts und ordnet diesen in die europäische Geistesgeschichte ein. Im Vormärz (1815-1848) verstanden sich die Pfälzer als die Vorreiter des Fortschritts im Königreich Bayern. Es war dies eine Rolle, die sie nach der Niederschlagung des Aufstandes im Juni 1849 nicht mehr spielen konnten. Auf der Grundlage der romantischen Idee des Volkes und von der Volkskunde gefördert, entwickelte sich in der Pfalz nach 1850 und verstärkt im Deutschen Reich ein ethnisch-kultureller Volksbegriff. Er wirkt bis heute fort.